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- (Added by: Tomas Baranauskas)


The king who loved his Lithuanian subjects
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Lutz Szemkus
Posted 2010-10-26 18:22 (#80847)
Subject: The king who loved his Lithuanian subjects


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König Friedrich Wilhelm
An den Kanzler, Freiherrn von Schroetter

Memel, den 22.März 1807

Mein lieber Kanzler Freiherr von Schroetter.
Bei meinem jetzigen längeren Aufenthalte in der Provinz Litthauen, ist mein Augenmerk auch darauf gerichtet gewesen, den National-Charakter der Eingeborenen eigentlichen Litthauer näher kennen zu lernen. Sie sind, wie Ich Mich zu Meiner herzlichen Freude überzeugt habe, kindlich einfache, gutmüthige und religiöse Menschen, dabei auch jeder höheren Ausbildung fähig. Ich habe einzelne rührende Beweise von ihrer herzlichen Liebe und Treue gegen den König und das Königliche Haus erhalten, und alle Umstände zeigen, dass sie an wahrem Patriotismus mit den Unterthanen Meiner treusten Provinzen wetteifern. Mit allen diesen guten und rühmlichen Eigenschaften verbinden sie aber ein unverkennbares Misstrauen gegen ihre Obrigkeiten, welches die häufigen und größtentheil ungegründeten Beschwerden erzeugt, womit Ich bei Meiner jedesmaligen Anwesenheit in der Provinz belästigt worden bin. Dieses Misstrauen kann, bei der strengen Aufsicht auf alle Zweige der Staats- und Justiz-Verwaltung, die hier, wie in allen anderen Provinzen geführt wird, nur darin sich gründen, dass alle obrigkeitlichen Stellen von Deutschen verwaltet werden, die, wenn sie auch hin und wieder bei den Unterbehörden die litthauische Sprache erlernen, immer doch nicht national sind, und daher von den eingeborenen Litthauern als Fremde angesehen werden, gegen die sie nach traurigen in der Vorzeit gemachten Erfahrungen auf ihrer Huth sein müssen, dass aber die obrigkeitlichen Stellen nicht mit Litthauern besetzt werden, liegt nicht in der Staatseinrichtung, welche ohne Unterschied der Abkunft und des Standes die Rechtlichsten und Fähigsten zu allen Ämtern beruft, sondern hat nur darin seinen Grund, dass die National-Eigenthümlichkeit sich unter den Bauern und Ackerbürgern in einigen Landstädten erhalten hat, und es also den National-Litthauern an Gelegenheit und Veranlassung fehlt, sich zu den Staatsämtern geschickt zu machen. Um ihnen diese zu geben, und einer so gut gearteten Nation auch Vertrauen zu ihren Obrigkeiten einzuflößen, endlich aber auch um dieser Nation zu beweisen, wie werth sie Mir um ihrer guten Eigenschaften Willen sei, und wie sehr Mir daran gelegen sei, ihr wahres Beste zu fördern, habe Ich beschlossen, 6 Knaben von eingeborenen, litthauischen Landleuten auf öffentliche Kosten auf Schulen und Universitäten unterhalten, erziehen, und in allen zum Justiz, und Cameraldienst erforderlichen Wissenschaften unterrichten, dann als Referendaren bei den Landes-Collegien zum practischen Dienst ausbilden, und hiernächst nach Maßgavbe iher Führung und Ausbildung vorzugsweise zum Dienst des Staats in der Provinz anstellen zu lassen. Zu Ausführung dieses Beschliusses befehle Ich Euch, durch die Superintendenten der Provinz aus allen Kirchen Informationen derselben, übergaupt sechs der fähigsten Knaben, von unverdorbenem, bildungsfähigem Alter auswählen zu lassen, die beste Schulanstalt dem Zwecke gemäß auszumitteln, und die dazu erforderliche Geldsumme anzuzeigen. Die besondere Aufsicht über die Ausführung dieses Planes dem Consistorio ganz besonders zu Pflicht zu machen und durch dasselbe mir alljährlich von dem Erfolg Bericht erstatten zu lassen.

Es muss aber dabei hauptsächlich mit darauf gesehen werden, dass die Knaben der Sprache, Sitten und Gebräuchen der Nation nicht fremd werden. Übrigens habt Ihr diesen Meinen Befehl in allen litthauischen Kirchen von der Kanzel verlesen zu lassen, damit Meine guten, treuen Litthauer erfahren, dass Ich Ihre Liebe und Anhänglichkeit von ganzem Herzen erwidere.

Ich bin Euer wohl affectionierter König.

Memel, den 22.März 1807


Friedrich Wilhelm
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