Forum of Lithuanian History

Forum of Lithuanian history is a place for discussion on the urgent problems of the Lithuanian history. Share your opinions!

Moderator of the forum - Tomas Baranauskas

Our website - Medieval Lithuania
viduramziu.istorija.net/en/


[ Taisyklės ] [ Правила ] [ Rules ]
 

Medieval Lithuania
Search | User Listing Forums | Calendars | Albums | Quotes | Skins | Language
You are logged in as a guest. ( logon | register )

Random quote: "Kitos tautos, mūruose, uolose užsirakinusios, vos ne vos išgelbėjo savo liuosybę, lietuviai ir žemaičiai, gyvendami giriose ir laukuose, mokėjo ja ilgą laiką džiaugtis ir nuo visų baisiausių savo neprietelių saugoti viena savo narsybe ir kantrybe." Simonas Daukantas, "Istorija žemaitiška" (1837)
- (Added by: Tomas Baranauskas)


жена Геркуса Мантаса
Moderators: Ibicus

View previous thread :: View next thread
       ФОРУМЫ -> Обо всём... Message format 
 
Довмонт
Posted 2013-09-07 13:32 (#94702 - in reply to #94546)
Subject: "скрытый антирусский контекст"



Expert

Posts: 1845
500500500200100101010105
"Скрытый антирусский контекст" в драме Юозаса Грушаса "Геркус Мантас": подобно Миколайтису-Путинасу Грушас был вынужден прикрывать антирусские настроения "борьбой против царизма" и сражениями против "Тевтонского ордена":

Daß die Problematik der von den Russen unterdrückten Litauer in der litauischen Dichtung' zur Zeit der Entstehung des Stücks in der sog. "Tauwetter-Periode" durchaus thematisiert werden konnte, zeigt ja u.a. das Beispiel von Vincos Mykolaitis-Putinas, der im selben Jahr 1957 einen Roman über den Aufstand 1863 publizieren konnte (Grinius 1964,13). Hier mußte und konnte «Ich freilich die anti-russische Haltung hinter einer anti-zaristischen Position verbergen. Wie genau aber auch in der nachstalinistischen Ara auf "ideologische Korrektheit“ geachtet wurde, läßt sich daran ermessen, daß die Oper nach dem Buch von Mykolaitis-Putinas, fur die im Staatstheater in Vilnius bereits die Bühnenproben angelaufen waren, schließlich doch verboten wurde: Die sowjetische Zensur hatte entdeckt, daß in dem Werk die aufständischen litauischen Bauern von einem Pfarrer gegen die Russen und die Großgrundbesitzer angeführt werden. „Das erschien den Kommunisten zu stark. Nach dieser Affäre mußte Mykolaitis wieder eine Art öffentliche Loyalitätserklärung- abgeben [...]“ (Grinius 1964,14)

Will man die politische Aussage und den überwältigenden Erfolg des Stücks von Grusas verstehen, ist diese geistige Situation ebenso zu bedenken wie der historisch-politische Hintergrund der Zeit. Und der ist bestimmt von der in Litauen noch frischen Erinnerung an den erbitterten Partisanenkrieg gegen die Sowjetmacht mit seinen zigtausend Todesopfern, Verhaftungen und Verschleppungen nach Sibirien (Grinius 1964, 14), der eben erst endgültig niedergeschlagen worden war und der mit ein bißchen Phantasie durchaus vergleichbar ist mit dem vergeblichen Kampf der Prußen gegen den Deutschen Orden; er ist ebenso bestimmt von der Erhebung in Posen und dem Aufstand in Ungarn 1956 sowie von den Studentendemonstrationen in Vilnius und Kaunas zu jener Zeit (vgl. Grinius 1964, 13).

Darüber hinaus könnte man sogar soweit gehen und den Kampf Mantas’ gegen Gott und die Götzen, der im Stück einen unverhältnismäßig breiten Raum einnimmt und der — wenn man ihn wörtlich nimmt - tatsächlich offene Türen einrennt, auf einer anderen Ebene als Kampf gegen die unmenschlich empfundene Sowjetideologie interpretieren:

Die Götzen, die Götzen muß man umbringen, die ihr Götter nennt.
Ihr werdet keine Freiheit kennen, solange eure Götter sie zerstören! Sie seien verflucht! (HM 131)

Wenn 'Freiheit’ und Götzendienst hier in Opposition gesetzt werden, so ist im historisch-geistigen Kontext Sowjetlitauens eine solche Lesart zumindest denkbar. Götzenglaube ebenso wie Christentum erscheinen im Stück gleichermaßen von fanatischer Intoleranz gegen Andersdenkende geprägt, Eigenschaften, wie sie jede dogmatische Ideologie und letztlich auch und besonders den Kommunismus kennzeichnen. Was ist das für ein Glaube, „dem man die Anhänger mit der Peitsche zutreiben muß“ (HM 95) — dieser starke Satz scheint in den Wind gesprochen in einer Gesellschaft, in welcher der Atheismus Staatsideologie war und das Christentum geradezu ein subversives Element darstellte — ließe er sich nicht auch nahtlos auf den Kommunismus übertragen, der ja ebenso vielfach nur mit brutalsten Zwangsmitteln durchgesetzt werden konnte und dann eben doch nur zu einem Lippenbekenntnis geführt hat, wie Herkus Mantas’ Taufe:

In Magdeburg wurde ich gezwungen, mich taufen zu lassen, habe ich aber deshalb den Glauben an den Christengott angenommen? Nein! (HM 95)


Edited by Довмонт 2013-09-07 22:55
Top of the page Bottom of the page



Jump to forum :
Search this forum
E-mail a link to this thread

 

(Delete all cookies set by this site)
Running MegaBBS ASP Forum Software
© 2002-2017 PD9 Software