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Concise Encyclopaedia of Lithuania Minor
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Lutz Szemkus
Posted 2016-12-25 17:59 (#97059 - in reply to #96402)
Subject: Re: Concise Encyclopaedia of Lithuania Minor


50050050105
PDF download

http://lithuaniaminor.org/CFoLM-L.pdf

Review

http://annaberger-annalen.de/jahrbuch/2015/20RezensionenAA23.pdf

Christian Pletzing

Concise Encyclopaedia of Lithuania Minor. Hrsg. von Vaclovas Bagdonavičius.
Vilnius: Foundation of Lithuania Minor; Science & Encyclopaedia
Publishing Centre 2014, 655 S., Abb., ISBN: 978-5-420-01746-3.

Nach der in den Jahren 2000 bis 2009 in litauischer Sprache veröffentlichten
vierbändigen „Mažosios Lietuvos enciklopedija“ (Enzyklopädie von Kleinlitauen)
liegt nun mit der „Concise Encyclopaedia of Lithuania Minor“ eine
einbändige Zusammenfassung auf Englisch vor. Publiziert wurde die englische
Ausgabe ebenso wie das verbändige Werk auf Initiative der kanadischamerikanischen
„Foundation of Lithuania Minor“. Im Unterschied zur vierbändigen
litauischen Ausgabe machen drei thematische Beiträge etwa die Hälfte
der „Concise Encyclo-paedia“ aus: Ein historischer Überblick stellt die Geschichte
Preußisch-Litauens von der Vorgeschichte bis zur Zwangsaussiedlung
der Preußisch-Litauer aus dem Kaliningrader Gebiet dar. Dem schließt sich ein
Kapitel über die wirtschaftliche Entwicklung der Region an, das einen besonderen
Schwerpunkt auf die Wirtschaft im Memelland der Zwischenkriegszeit
legt. Das Kapitel „Kultur“ behandelt Religion, Bildung, Literatur, Musik,
Kunst, Sport (!), Historiographie und die Volkskultur der Preußisch-Litauer.
Der eigentliche enzyklopädische Teil schließlich bringt eine Auswahl der geographischen
und biographischen Lemmata aus der vierbändigen litauischen
Ausgabe. Geographisch umfasst die Enzyklopädie das vermutete historische
Siedlungsgebiet der Preußisch-Litauer in Ostpreußen, nämlich das Memelland,
die gesamte Kaliningrader Oblast sowie einige heute polnische Städte und
Dörfer an der russisch-polnischen Grenze.
Das erkenntnisleitende Interesse des Bandes wird bereits in den beiden Vorworten
deutlich. So heißt es bei Jurgis Arvydas Anysas, dem Präsidenten der
Stiftung Kleinlitauen: „The book in your hands is a monument to a land and its
people who had, not only maintained their Lithuanian identity through centuries
under foreign rule, but had even succeeded to make significant contributions
to Lithuanian culture”. Und der Herausgeber Vaclovas Bagdonavičius
ergänzt, die Enzyklopädie bilde vor allem ein Gegengewicht zur reichhaltigen
deutschen Literatur über Ostpreußen, die aber allein das deutsche Erbe beschreibe.
Damit lässt Bagdonavičius nicht nur die Forschungen der letzten 20
Jahre außer Acht, die längst von beziehungsgeschichtlichen Fragestellungen
ausgehen. Die nationale Perspektive, die dem Konzept der Enzyklopädie zugrunde
liegt, führt außerdem zu einer Blickverengung: Dargestellt wird nicht
die Geschichte und Kultur Preußisch-Litauens unter Einschluss aller Bewohner,
gleich welcher Sprache, Kultur oder Religion sie waren. Der „Concise
Encyclopaedia“ geht es nur um den litauischen Anteil an der Geschichte Ostpreußens.
Damit wird sie der komplexen Situation in Preußisch Litauen nicht
gerecht, die von einem Mit- und Gegeneinander verschiedener Sprachen, Kulturen
und Religionen sowie der Interaktion und Akkulturation der verschiedenen
Bevölkerungsgruppen untereinander geprägt war. So findet man beispielsweise
im Kapitel zur Religion keine Informationen über die Juden in Preu-
ßisch-Litauen. Die Geschichte der Deutschen kommt meist nur dann zur Sprache,
wenn es um die politische Entwicklung des preußischen Staates geht oder
die Deutschen als Gegenspieler der Litauer auftreten. Erfreulich ist, dass sich
zumindest einige Autoren über das starre Konzept der Enzyklopädie hinwegsetzen
und beziehungsgeschichtliche Fragen berücksichtigen, wie z.B. im Kapitel
über die sprachlichen Interaktionen zwischen Litauern, Prußen und Deutschen.
Auffällig ist, dass Autoren aus Polen, Deutschland oder Russland fast
völlig fehlen. Dies gilt auch für die jüngere und mittlere Generation der litauischen
Historiker, die die Geschichte Preußisch-Litauens seit den neunziger
Jahren aus transnationaler Perspektive erforschen. So wirkt die „Concise
Encyclopaedia“ trotz beachtenswerter Einzelbeiträge und nicht selten solider
Informationen aufgrund ihres überholten Konzepts wie ein historiographisches
Relikt aus längst vergangener Zeit. Schade, dass damit eine Chance für eine
zeitgemäße Darstellung der immer noch zu wenig bekannten Geschichte und
Kultur Preußisch-Litauens verschenkt wurde.

Edited by Lutz Szemkus 2016-12-25 18:01
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