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- (Added by: Tomas Baranauskas)


Petition for Baltic Seminar in Greifswald
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Lutz Szemkus
Posted 2015-06-15 17:27 (#96527)
Subject: Petition for Baltic Seminar in Greifswald


50050050105

https://www.openpetition.de/petition/online/foerderung-und-aufrecher...

Die geplanten Umstrukturierungen an der Philosophischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald führen dazu, dass das angestrebte Profil, die Kulturen des Ostseeraumes in der Lehre und Forschung zu repräsentieren und zu fördern, nicht komplett durchgeführt werden kann. Gerade die kleinen Institute, wie die Baltistik sind von diesen Umstrukturierungen betroffen.
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Daß für das Litauische in Deutschland mit Petitionen eingetreten wird, ist nicht neu.
Aus einer litauischen Petition an den Kaiser vom 11. Mai 1879:

„„Wir armen bedrängten Littauer wollen ja, daß unsere Kinder im Deutschen unterrichtet werden sollen, nur die Religionslehre und das Lesen der heiligen Schrift möchten wir littauisch haben wollen. Wir wollen ja auch die Sprache unseres teuren Landsvaters, den wir so gern haben und so herzlich lieben, kennenlernen, deshalb wissen wir auch, daß das Lallen unserer Kinder in der Muttersprache ihnen nicht genommen wird. Wir wollen gern die Sprache kennen, die deutsche Helden erzieht, doch den Kern unserer Sprache, der uns durch die Natur ins Herz gepflanzt ist, wollen wir nicht verlieren. Wir wollen gern die Sprache kennen, die vielen Millionen auf dem Erdenrund bekannt ist, doch wollen wir nicht vergessen, was auch in den künftigen Zeiten ein Bruder zu dem anderen von Herzen spricht; denn wird einmal unsere Sprache, die uns die Natur ins Herz gelegt, vernichtet, so wird es der größten Kunst nicht mehr gelingen, dieselbe in ihrer ganzen Würde wieder aufzurichten.““

Dieses kulturelle litauische Erbe Deutschlands ist den wenigsten Menschen bewußt.

"Auf ostpreußischem Boden entstanden die litauische Schriftsprache, das erste litauische Buch, die erste litauische Bibel, die erste litauische Grammatik, das erste Wörterbuch der späteren litauischen Standardsprache, das erste litauische Universitätsseminar, die erste litauische Zeitung, die erste wissenschaftliche Gesellschaft zum Studium des Litauischen und mit Donelaitis’ Metai (Jahreszeiten) die erste litauische Kunstdichtung." (Wikipedia)

Ein Viertel der ostpreußischen Bevölkerung war litauischer Abstammung, ein drittel prußisch und kurisch.
http://hostarea.de/show.php/360250_east-prussians-b.png.html

Und damit hat die Bewahrung der litauischen Kultur und ihre Weiterentwicklung Gesetzesrang, denn so steht es im Bundesvertriebenengesetz:

„Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten sowie Einrichtungen des Kunstschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu fördern. Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und der Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben, sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern. Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlasste.“
(§ 96 Bundesvertriebenengesetz)

Der Historiker Haar schildert in seinem Buch über nationalsozialistische Wissenschaft eine Szene , die sich 1938 im Reichsinnenministerium abspielte. Dort wurde das Forscherehepaar Mortensen - Frau Mortensen war litauischer Abstammung - vorstellig, um für die Anerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft der in Ostpreußen ansässigen Minderheit der preußischen Litauer zu sprechen. Es erhielt zur Antwort, daß für fremdnationale Bevölkerungsgruppen entweder die Ausweisung oder die Assimilierung in Frage komme.,"Da sich die Litauer in Folge der Pest nur über zweihundert Jahre in Ostpreußen behaupten konnten, sei ihnen auch kein Recht auf deutschen Boden zuzubilligen. Ihnen käme nur der Status von "Fremdlingen" zu."
Wenn nun die letzte schwache Lebenslinie, das letzte Baltische Seminar in Deutschland, gekappt wird, dann wäre das ganz im Sinne des Nationalsozialismus.

LS
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